Unternehmen im Mittelstand, die noch auf den klassischen Microsoft BI-Stack setzen, stehen vor einer Architekturentscheidung. Wir zeigen, was Azure-SSIS IR, Azure Data Factory und Microsoft Fabric konkret bedeuten und wann sich welcher Ansatz am besten eignet.
Wenn IT-Teams und BI-Verantwortliche ehrlich sind, wissen die meisten von ihnen seit Jahren, dass der klassische Microsoft-BI-Stack - SSIS für ETL, SSAS für die analytische Schicht und SSRS für Berichte - in die Jahre gekommen ist. Das Ende des erweiterten Supports für den SQL Server 2016 hat diese Erkenntnis nun mit einer echten Deadline verknüpft.
Doch was kommt danach? Diese Frage wird in vielen Unternehmen gerade zum ersten Mal wirklich ernsthaft gestellt. Und die Antwort ist komplexer als in den Präsentationen der Anbieter suggeriert wird.
SSIS-Pakete, die vor zehn Jahren entwickelt wurden, laufen heute noch. Das ist einerseits eine Stärke, andererseits aber auch ein Problem. Denn ihre Wartung ist aufwändig, das entsprechende Know-how ist rar und die Integration neuer Datenquellen (REST-APIs, JSON, Streaming) ist in SSIS umständlich bis schmerzhaft. Typische Symptome in Legacy-DWH-Umgebungen sind:
Mit diesem Bild im Kopf lohnt es sich, die drei realistischen Modernisierungspfade zu betrachten.
Was es ist: Microsoft Fabric ist die nächste Generation der Microsoft Analytics Platform - eine integrierte SaaS-Plattform, die Data Engineering, Data Warehousing, Real-Time Analytics, Data Science und BI vereint. Im Kern bestehen die Komponenten aus OneLake als universellem Datenspeicher, dem Speichermodell Lakehouse/Warehouse und der Fabric Data Factory als Integrationsschicht.
Wann sinnvoll:
Realistische Einschränkungen:
Fazit: Der strategisch richtige Weg für Unternehmen, die nicht nur migrieren, sondern transformieren wollen.
In unserer Beratungspraxis sehen wir selten einen „reinen“ Migrationspfad. Typischerweise passiert Folgendes:
Phase 1 (Monate 1 - 3): Lift & Shift der kritischsten SSIS-Pakete zu Azure-SSIS IR, um die EOL-Exposition kurzfristig zu reduzieren.
Phase 2 (Monate 3 - 9): Schrittweise Neuentwicklung zentraler ETL-Strecken in ADF oder direkt in der Data Factory, beginnend mit neuen Datenquellen.
Phase 3 (Monate 9 - 24): Ablösung der restlichen Pakete, Aufbau einer Medallion-Architektur in Fabric und Einführung von Data Governance.
Der Schlüssel ist nicht die Entscheidung für „eine Technologie”, sondern ein Fahrplan, der das Risiko schrittweise abbaut, ohne den Betrieb zu destabilisieren.
Bevor eine Architekturentscheidung getroffen wird, müssen drei Fragen geklärt werden:
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