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ASK ALBERTINA: Wie KI die Vermittlungsarbeit im Museum ergänzen kann
Alexander Weitzel
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29.09.26, 12:29
Seit 250 Jahren sammelt und präsentiert die ALBERTINA in Wien Kunst und zählt heute zu den bedeutendsten Kunstmuseen Mitteleuropas. Am Puls der Zeit zu sein, gehört zu ihrer DNA. Jetzt unterstützt die ALBERTINA den Ausstellungsbesuch mit einem KI Guide, der sich den Bedürfnissen der Besucher:innen anpasst.
250 Jahre ALBERTINA – und ein neuer Weg, Kunst zugänglich zu machen
Anfang Juli hat die ALBERTINA in Wien ihr 250-jähriges Bestehen gefeiert – der perfekte Anlass, um die Pilotversion mit vielen Besucher*innen zu testen und daraus ein partizipatives Projekt zwischen Mensch und KI zu machen.
ASK ALBERTINA, der KI-gestützte digitale Guide, der in seiner Pilotversion vor allem auf die Geschichte des Hauses spezialisiert ist, beantwortet Fragen rund um das Jubiläum, aber auch zum Vermittlungs- und Ausstellungsprogramm.
Technische Basis dafür war roosi AIOS, unser zentrales KI-Betriebssystem, mit dem wir die ALBERTINA bei der Umsetzung begleiten durften. In einem gemeinsamen Design-Sprint erarbeitete roosi eine marktfähige Pilotversion aus dem ersten Prototypen der ALBERTINA. Entscheidend für den Erfolg des Projekts waren vor allem die sorgfältig aufbereiteten Inhalte, ein klarer Rahmen und die enge Zusammenarbeit mit dem Team der ALBERTINA.
Foto: Alexander Weitzel (roosi) und Mag. Ulla Bartel-Norman (ALBERTINA)
Wie sich die Idee in der Praxis bewährt hat und was der erste Einsatz gezeigt hat, erzählte mir Frau Mag. Ulla Bartel-Norman, Projektleiterin der ALBERTINA, in einem kurzen Interview.
Alexander Weitzel: Frau Bartel-Norman, der Design-Sprint zog sich über nur wenige Wochen. Hatten Sie zwischendurch Zweifel, dass es klappt?
Ulla Bartel-Norman: Kurz, ja. (lacht) Aber das Jubiläumswochenende war einfach der richtige Moment: 250 Jahre ALBERTINA, Open House an allen drei Standorten – wann, wenn nicht jetzt? Wir konnten den Guide genau dort testen, wo er später eingesetzt werden soll: im Museumsalltag und im direkten Kontakt mit unseren Besucherinnen und Besuchern. Weil die technische Basis bereits vorhanden war, konnten wir sehr schnell in die inhaltliche Arbeit einsteigen.
Alexander Weitzel: Was wollten Sie mit ASK ALBERTINA erreichen?
Ulla Bartel-Norman: Wir wollten herausfinden, wie ein digitaler Guide die Vermittlungsarbeit des Museums sinnvoll ergänzen kann. Besucherinnen und Besucher sollen leichter Antworten auf ihre Fragen finden und das in ihrem eigenen Tempo. Dabei geht es natürlich nicht darum, die persönliche Begegnung im Museum zu ersetzen. Der Guide ist ein zusätzliches Angebot, das Orientierung gibt und neugierig machen soll.

Alexander Weitzel: Welche Fragen kann der Guide beantworten?
Ulla Bartel-Norman: Er begleitet Besucherinnen und Besucher durchs Haus, mit Antworten zur Geschichte des Hauses und zum aktuellen Programm. Wichtig war uns, dass er sich an sein Gegenüber anpasst – eine Familie mit Kindern braucht eine andere Aufbereitung der Informationen als ein Kunsthistoriker.
Genauso wichtig war uns, was er nicht tut: Er erfindet nichts. ASK ALBERTINA arbeitet ausschließlich mit Inhalten, die von uns sorgfältig ausgewählt und freigegeben wurden. Liegt eine Frage außerhalb dieses Bereichs, sagt der Guide das offen und verweist im Zweifel an unser Team vor Ort. Diese Transparenz war für uns eine grundlegende Voraussetzung.
Alexander Weitzel: Wie wurde ASK ALBERTINA am Jubiläumswochenende angenommen?
Ulla Bartel-Norman: Das Angebot wurde von vielen Besuchern und Besucherinnen genutzt und zu unserer Freude war das Feedback überwiegend positiv. Für uns war besonders interessant, welche Fragen tatsächlich gestellt wurden. Die Besucher*innen nutzten ihn nicht als Ersatz eines klassischen Audioguides, wie man vielleicht glauben könnte, sondern wie einen persönlichen Guide, den sie alles fragen können, was sie über die Informationen vor Ort hinaus wissen wollen. Auch die Fragen, die der Guide noch nicht beantworten konnte, waren wertvoll. Sie zeigen uns, an welchen Stellen wir noch nachschärfen müssen.

Alexander Weitzel: Was nehmen Sie aus diesem ersten Einsatz mit?
Ulla Bartel-Norman: Dass sich neue Technologien am besten beurteilen lassen, wenn man sie praktisch erprobt. Und dass gerade „alte Häuser“ wie wir von KI besonders profitieren können: Dafür braucht es gute Inhalte, klare Verantwortlichkeiten und eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Dann kann KI im Museum einen echten Beitrag leisten und Besucherinnen und Besucher dabei unterstützen, ihren eigenen Zugang zur Kunst zu finden.
Für uns war ASK ALBERTINA ein besonderes Projekt, vor allem wegen der Zusammenarbeit mit einem Haus, das Vermittlung seit vielen Jahren sehr umfassend denkt. Das Projekt zeigt, wie Kulturinstitutionen KI verantwortungsvoll einsetzen können und was Scaling Intelligence in einem Haus mit solch einer langen Geschichte bedeuten kann: mit überprüfbaren Antworten, gelebter Governance und einem klaren Fokus auf das Besuchserlebnis.
ASK ALBERTINA ist deshalb bewusst als Pilot gestartet und befindet sich nun in der nächsten Entwicklungsphase. Die Rückmeldungen und Erfahrungen vom Jubiläumswochenende fließen nun in die weitere Ausgestaltung der finalen Version ein. Vielen Dank an Ulla Bartel-Norman und das gesamte Team der ALBERTINA für das Vertrauen, die Offenheit und die außergewöhnlich konzentrierte Zusammenarbeit. Es war uns eine große Freude, einen kleinen digitalen Beitrag zu diesem großen Jubiläum leisten zu dürfen! Wir freuen uns, die ALBERTINA auf diesem Weg weiter zu begleiten.
Hier geht's zum KI-Guide ASK ALBERTINA:
https://ask-albertina.roosi.ai/
Mehr zur ALBERTINA:
https://www.albertina.at/
Wer das Jubiläumsjahr noch vor Ort erleben möchte: Die Jubiläumsausstellung „Sammeln für die Zukunft. 250 Jahre ALBERTINA“ ist noch bis zum 11. Oktober 2026 zu sehen. Zu den gezeigten Werken zählt auch Albrecht Dürers berühmter „Feldhase“.
https://www.albertina.at/ausstellungen/sammeln-fuer-die-zukunft/
Pressemitteilung zum Jubiläumswochenende:
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260702_OTS0127/250-jahre-albertina-gemeinsam-feiern-am-jubilaeums-wochenende





