Wie unterstützt Business Intelligence den Mittelstand beim Performance Management?
Business Intelligence unterstützt österreichische Mittelständler beim Performance Management, indem sie verstreute Daten aus ERP, CRM und Fachbereichen in einheitlichen Kennzahlen zusammenführt. So entstehen verlässliche Steuerungsinstrumente, automatisierte Reportings und Analysen, mit denen Führungskräfte Entscheidungen auf Basis aktueller Zahlen statt auf Basis von Bauchgefühl oder veralteten Listen in Excel treffen.
Für viele Familienunternehmen und exportorientierte Betriebe im österreichischen Mittelstand ist datenbasierte Steuerung längst keine Kür mehr, sondern eine Notwendigkeit. Steigender Kostendruck, kürzere Planungszyklen und wachsende Datenmengen aus immer mehr Systemen machen eine strukturierte, datenbasierte Steuerung zur Grundvoraussetzung für nachhaltiges Wachstum.

Was bedeutet Performance Management im Mittelstand konkret?
Performance Management bezeichnet den kontinuierlichen Prozess, mit dem Unternehmen ihre strategischen Ziele in messbare Kennzahlen übersetzen, deren Erreichung laufend überwachen und bei Abweichungen gegensteuern. Im Mittelstand betrifft das typischerweise:
- Entwicklung von Umsatz, Kosten und Marge je Produktlinie, Standort oder Kunde
- Steuerung von Liquidität und Cashflow
- Produktivität in Fertigung, Vertrieb oder Service
- Fortschritt gegenüber Budget und Forecast
Ohne durchgängige Datenbasis bleibt Performance Management jedoch Stückwerk. Zahlen liegen in unterschiedlichen Systemen, Reports widersprechen sich, und Entscheidungen basieren auf veralteten Monatsabschlüssen statt auf aktuellen Istwerten.
Welche Rolle spielt Business Intelligence dabei?
Business Intelligence bündelt die Prozesse und Werkzeuge, mit denen Unternehmen Rohdaten aus operativen Systemen in entscheidungsrelevante Informationen verwandeln. Im Kontext von Performance Management übernimmt Business Intelligence drei zentrale Aufgaben:
- Datenbasierte Steuerung
- Reporting
- Analyse
Zusammen bilden diese drei Aufgaben das Fundament, auf dem Führungskräfte fundierte Entscheidungen treffen können.
Datenbasierte Steuerung löst Bauchgefühl ab
Steuerungsinstrumente wie Dashboards, Scorecards oder KPI Cockpits übersetzen die Unternehmensstrategie in konkrete, messbare Kennzahlen. Statt sich auf Einzelmeinungen oder isolierte Auswertungen einzelner Abteilungen zu verlassen, arbeitet die Geschäftsführung mit einer einheitlichen Datenbasis. Zielabweichungen werden so sichtbar, bevor sie zu einem echten Problem werden, nicht erst im Quartalsbericht.
Reporting wird vom Excel Aufwand zum Dashboard
Viele mittelständische Betriebe erstellen Reportings noch manuell in Excel. Zahlen werden aus verschiedenen Quellen zusammengetragen, kopiert und formatiert, oft mehrfach parallel in unterschiedlichen Abteilungen. Das kostet Zeit, ist fehleranfällig und liefert selten ein aktuelles Bild. Moderne BI Reportings automatisieren diesen Prozess. Daten werden direkt aus den Quellsystemen gezogen, aufbereitet und in Dashboards visualisiert, die jederzeit den aktuellen Stand zeigen.
Analyse macht aus dem Rückblick einen Vorausblick
Reporting zeigt, was passiert ist. Analyse geht einen Schritt weiter. Ursachen werden identifiziert, Zusammenhänge zwischen Kennzahlen sichtbar gemacht und Entwicklungen prognostiziert. Datenanalyse ermöglicht es, frühzeitig zu erkennen, welche Kunden, Produkte oder Regionen die Margenentwicklung tatsächlich treiben, und wo Gegenmaßnahmen nötig sind, bevor sich Abweichungen summieren.
Welche Herausforderungen bremsen den Mittelstand in Österreich?
In der Praxis stehen viele Betriebe vor ähnlichen Hürden, bevor Business Intelligence ihr Potenzial entfalten kann:
- Excel Wildwuchs. Zentrale Kennzahlen leben in Dutzenden Einzeldateien, die niemand mehr vollständig überblickt.
- Datensilos. ERP, CRM, Produktionssysteme und Fachbereichstools sind nicht miteinander verbunden, Kennzahlen müssen händisch zusammengeführt werden.
- Fehlende Data Governance. Es ist unklar, welche Zahl die richtige ist, wenn mehrere Abteilungen unterschiedliche Werte für dieselbe Kennzahl ausweisen.
- Begrenzte interne Kapazitäten. Spezialisiertes Wissen zu Business Intelligence und Datenanalyse ist im Mittelstand knapp, oft fehlt eine klare Verantwortung für Daten.
Diese Punkte sind lösbar. Meist jedoch nicht durch ein einzelnes Tool, sondern durch eine klare Struktur aus Datenmodell, Steuerungslogik und den passenden Werkzeugen.
Power BI und Anaplan XL im Zusammenspiel
Für die technische Umsetzung von Business Intelligence im Mittelstand haben sich zwei Werkzeuge etabliert, die sich in der Praxis gut ergänzen.
Power BI
Power BI ist die zentrale Plattform für Dashboards, Visualisierungen und Self Service Analysen. Als Teil des Microsoft Ökosystems lässt es sich eng mit ERP Systemen, Excel und weiteren Datenquellen verbinden und macht Kennzahlen für Fachbereiche und Führungskräfte visuell zugänglich, ohne dass jede Auswertung händisch neu gebaut werden muss.
Anaplan XL
Anaplan XL setzt an einer anderen Stelle an. Es verbindet Excel direkt mit governance gesicherten, aktuellen Daten aus Anaplan sowie weiteren Quellen wie Power BI, Datenbanken und Cloud Data Warehouses. Fachbereiche behalten damit die gewohnte Excel Oberfläche für Reporting, Planung und Ad hoc Analysen, während die Daten im Hintergrund konsistent, aktuell und governance konform bleiben. Das reduziert das Risiko manueller Excel Auswertungen, ohne den Fachbereichen ihr vertrautes Werkzeug zu nehmen.
In Kombination decken beide Werkzeuge die typischen Anforderungen von Performance Management im Mittelstand ab. Power BI liefert die visuelle Übersicht im Dashboard, Anaplan XL liefert governance gesicherte Excel Reports für tiefere Analysen und Planung.
Schritt für Schritt zum Einstieg in datenbasierte Steuerung
Der Einstieg in datenbasierte Steuerung gelingt in der Praxis meist in diesen fünf Schritten:
- Zielbild definieren. Welche Kennzahlen sind für die Unternehmenssteuerung wirklich entscheidend? Weniger, aber konsistente KPIs schlagen umfangreiche, aber widersprüchliche Reportings.
- Datenquellen konsolidieren. ERP, CRM und Fachbereichssysteme identifizieren, die für die relevanten Kennzahlen benötigt werden.
- Datenmodell aufbauen. Eine einheitliche, governance gesicherte Datenbasis schaffen, auf die alle Reportings zugreifen.
- Steuerungsinstrumente einführen. Dashboards und Reports für die relevanten Zielgruppen aufbauen, etwa Geschäftsführung, Vertrieb oder Produktion.
- Analysekompetenz aufbauen. Verantwortlichkeiten für Datenanalyse und Datenqualität im Unternehmen verankern, statt Business Intelligence als reines IT Projekt zu behandeln.
Der Einstieg gelingt in der Praxis meist über ein klar abgegrenztes Pilotprojekt, etwa ein zentrales Dashboard für Vertrieb oder Finanzen, statt über eine unternehmensweite Einführung von Business Intelligence im ersten Schritt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Reporting und Business Intelligence?
Reporting ist ein Teilbereich von Business Intelligence. Reporting zeigt aufbereitete Kennzahlen zu einem bestimmten Zeitpunkt, während Business Intelligence darüber hinaus auch Datenanalyse, Prognosen und Steuerungsinstrumente umfasst.
Lohnt sich Business Intelligence auch für kleinere Mittelständler?
Ja. Der Nutzen skaliert nicht nur mit der Unternehmensgröße, sondern mit der Anzahl der Datenquellen und der Komplexität der Steuerung. Bereits ein zentrales Dashboard für die Entwicklung von Umsatz und Marge schafft für kleinere Betriebe spürbaren Mehrwert.
Muss Business Intelligence auf einmal unternehmensweit eingeführt werden?
Nein. Der bewährte Weg ist ein klar abgegrenztes Pilotprojekt in einem Bereich mit hohem Steuerungsbedarf, das anschließend schrittweise ausgebaut wird.
Fazit
Business Intelligence macht Performance Management im Mittelstand erst wirklich handlungsfähig, durch datenbasierte Steuerung statt Bauchgefühl, automatisiertes Reporting statt Excel Wildwuchs und Datenanalyse statt reinem Rückblick. Werkzeuge wie Power BI und Anaplan XL liefern dafür die technische Grundlage. Den größten Hebel bilden jedoch ein klares Zielbild und ein konsistentes Datenmodell.
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Alexander Walz