5 Gründe, warum Nachhaltigkeit für Unternehmen von Vorteil ist

Veröffentlicht am 17.10.22 13:24 durch Tim Erben

Soziale und nachhaltige Verantwortung zählt bei den größten europäischen Unternehmen mittlerweile zu den Kernzielen - wohl auch wegen dem zunehmenden Druck vorgegebene Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.  Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, wieso Nachhaltigkeit nicht nur gut für die Umwelt ist sondern  auch Vorteile für Unternehmen selbst mit sich bringt. 

5 Gründe, warum Nachhaltigkeit für Unternehmen von Vorteil ist

Recherchiert man zu den größten europäischen Unternehmen, so lässt sich eindeutig erkennen, dass die soziale und nachhaltige Verantwortung der Unternehmen (Corporate Social Responsibility (CSR) und Environmental Social Governance (ESG)) bei fast allen zu den aktuellen Kernzielen gehört.

Nicht nur die großen Unternehmen haben sich diese Kernziele auf die Fahne geschrieben, sondern auch die kleinen und mittleren Kommunen sowie die Städte verfolgen einen sozialen und ökologischen Ansatz in ihren Regionen. Nur durch Vielfalt sind Gesellschaften und Unternehmen zukunftsfähig, so Heike Leise, Chief Commercial Officer (CCO) | Sales | Service | Marketing bei AKDB.

Die großen Unternehmen sind aufgrund des Drucks von Verbrauchern, Medien, Aktionären und Anderen gezwungen, nachweisbar ihre Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen. Einige handeln nur aufgrund von Lobbyarbeit oder speziellen Anreizen der Bundesregierung.

In der Vergangenheit wurden viele dieser sogenannten „Öko“-Unternehmen als Marken abgestempelt, die einfach ein Marketing-Statement setzen wollten und auf den Zug der Nachhaltigkeit aufsprangen. Viele wurden von der Konkurrenz und weiteren Wettbewerbern wegen ihrer nicht realisierten Authentizität oder ihres fehlenden Auftrags kritisiert. Die Nachhaltigkeit wurde zu einer Nebensache, die nicht in die Kernstrategie des Unternehmens verankert war.

Mit CSR und ESG werden jetzt neue Geschäftsmodelle entwickelt, bei dem gewinnorientierte Unternehmen soziale sowie ökologische Vorteile und Auswirkungen schaffen und gleichzeitig die Ziele ihrer Organisation vorantreiben. Diese Plattformen werden auch als " Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung" bezeichnet.

 

3-Säulen-Modell-Nachaltigkeit

Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung

 Diese gehen von der Vorstellung aus, dass nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann. Manche europäischen Unternehmen bezeichnen dies als Leistung mit Zweck. Und wie wir alle ja bereits wissen, Daten lügen nicht: Das Weltwirtschaftsforum gibt sogar an, dass allein die Kreislaufwirtschaft wirtschaftliche Vorteile in Höhe von 4,5 Billionen US-Dollar in die Tat umsetzen kann. Dies bedeutet eine echte Gelegenheit für die Finanzstrategie und nicht nur ein finanzieller Kompromiss, welches auch anderweitig untermauert wird: McKinsey beziffert den Preis für ein lebenswertes Klima auf 9,2 Billionen Dollar pro Jahr, so Bloomberg in seinem Bericht.

 

300% für Sustainability 

Obwohl die generelle Amtszeit von CEOs aus größeren Unternehmen aktuell rückläufig ist, hat die Rolle des CSO (Chief Sustainability Officer, nicht zu verwechseln mit dem Chief Sales Officer) um über 300% zugenommen. Früher wurden oft Unternehmen, die sich für eine nachhaltige Sache oder ein bestimmtes Ziel einsetzen, als "grün, müslifreudig oder einfach als Ökos" bezeichnet, denen das Klischee leider anhaftet, dass sie sich eher auf das Faulenzen und Blümchen pflanzen als auf das „Arbeiten“ konzentrieren. Auch dies ist definitiv ein Missverständnis.

Im Zeitalter der Digitalisierung verfügen die Verbraucher:innen, vor allem die Generationen X,Y,Z über mehr Informationen als je zuvor über Unternehmen und ihre Produkte oder Dienstleistungen: Wo sie hergestellt werden, aus welchen Materialien und Substanzen sie bestehen, welche Arbeitnehmer:innen sie beschäftigen und wie ihre 5-10 Jahrespläne/-ziele aussehen. Die heutigen Verbraucher, Investoren, gemeinnützige Vereine und Behörden interessieren sich sehr stark dafür, was die Unternehmen tun oder nicht tun.

Nachhaltigkeit wird von den großen europäischen Produkt- und Dienstleistungsunternehmen ständig und intensiv beworben. Es gibt viele Unternehmen, die wichtige Initiativen, wie beispielsweise die Reduzierung von Kohlenstoffemissionen, die Bekämpfung und Beseitigung von Plastikmüll oder die verstärkte Nutzung alternativer Energien in Angriff nehmen.

Lassen Sie uns einen Blick auf die 5 Gründe werfen, warum Nachhaltigkeit gut für unsere Wirtschaft ist:

 

1. Anwerbung und Bindung von Mitarbeiter:innen

Die letzten zweieinhalb Jahre der Covid-Pandemie waren beeinflusst von dem, was als "Die große Kündigungswelle" bezeichnet wurde - einer Zeit, in der eine historische Zahl von Arbeitnehmer:innen ihren Arbeitgeber aus einer Vielzahl von Gründen verlassen hat, darunter auch Unternehmen, die keine CSR-Agenda haben. Zwei Drittel der Generation Z finden es wichtig, zum Schutz von Klima und Umwelt beizutragen. Es erfüllt sie sogar mit Stolz, Teil einer nachhaltigen Organisation zu sein. Zeit- und Kosteneinsparungen sowie der Einsatz von Ressourcen in verschiedenen Fachabteilungen sind ebenfalls von großer Bedeutung, da die Unternehmen sich nicht mit der Einstellung, Neueinstellung und Umschulung neuer Talente beschäftigen müssen.

Klima


2. Wertschöpfung, Kostensenkungen und Innovation

Erfolgreiche Unternehmen betrachten das Thema Nachhaltigkeit unter dem Gesichtspunkt, wie sie es nutzen können, um sowohl auf betrieblicher als auch auf wirtschaftlicher Ebene eine bessere Kapitalrendite zu erzielen. Wenn Unternehmen die richtigen Methoden anwenden, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, finden sie Wege ihre Ressourcen effizienter zu nutzen, entdecken Kosten und Einsparungspotenziale in der Lieferkette, sind oft in der Lage Verpackungs- oder Dienstleistungskosten zu senken und finden in vielen Fällen innovative Möglichkeiten die Gewinne ihrer nachhaltigen Produkte zu steigern.

 

3. Markenreputation und Verbrauchernachfrage

Diese Art von Initiativen kann sich positiv auf die Erweiterung der Verbraucherbasis, das Ansehen einer Marke auf dem Markt und die Kundentreue auswirken. Es hat sich gezeigt, dass Produkte und Dienstleistungen, die als "nachhaltig" angeboten werden, zusammen mit einem sehr klaren und präzisen Marketing, den Umsatz und die Reichweite steigern und folglich ein wachsendes Publikum ansprechen, das sich für seine Gesundheit und die Umwelt (Smart Environment) interessiert. Ein solches Marketing verschafft dem Unternehmen auch ein öffentliches Ansehen und potenzielle Partnerschaften mit anderen nachhaltig orientierten Unternehmen. 

 

4. Neue Chancen und aufstrebende Märkte

Die Erschließung neuer Märkte ist ein zweigleisiger Ansatz: Erstens durch die Bereitstellung von Produkten und zweitens durch die Erbringung von Dienstleistungen mit geringerer Gewinnspanne auf Märkten, die bereits einen Anteil haben, oder durch die Erschließung von Märkten, die bisher noch nicht erschlossen sind, aber eine gezielte Nachfrage aufweisen. Ein nachhaltiges Produkt oder eine nachhaltige Dienstleistung in einem Markt kann auch dazu beitragen, dass man auf einen anderen Markt verwiesen wird, der sich für eine Expansion anbietet. All dies ist gleichbedeutend mit neuen Umsätzen für das Unternehmen.

 

5. Wettbewerbsvorteil 

Bei der Durchführung einer herkömmlichen SWOT-Analyse sollte die Sichtweise eines Unternehmens in Bezug auf Nachhaltigkeit als Stärke und idealerweise als Unterscheidungsmerkmal gegenüber seinen Mitbewerbern eingestuft werden. In einigen Fällen, wenn die Verbraucher ihre Optionen bewerten, kann dies tatsächlich der entscheidende Faktor für die endgültige Wahl sein, die sie treffen. Einige Unternehmen nutzen dies als "First to Market", nicht in Bezug auf ihr Produkt oder ihre Dienstleistung, sondern auf die Art und Weise, wie sie sich auf dem Markt positioniert haben.

 

Vorteile für unsere Erde und das Geschäftsergebnis

Nachhaltigkeit als grundlegende und kritische Geschäftspraxis ist auf dem Vormarsch, und die besten Unternehmen nutzen sie als Hebel für neues Wachstum, Einnahmen und das Potenzial, die Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Wie schon Charles Darwin über die Evolution schrieb, sagte er nicht, dass die stärksten Arten überleben, sondern diejenigen, die sich ihrer Umwelt anpassen können. Diese Logik gilt auch für Unternehmen. Wollen sie ihre Bedeutung beibehalten, müssen sie sich anpassen, sonst sterben sie aus. Das, was ihnen an Größe und Stärke fehlt, können sie mit Intelligenz wettmachen – oder mit „Smart Power“ („intelligenter Macht“), wie Joseph Nye es nennt.

 

Die Unternehmen, die sich nicht darauf einlassen, werden es enorm schwierig haben und Rentabilitätseinbußen erleiden, während andere sowohl für ihr Unternehmen als auch für unsere Umwelt enorm profitieren werden.

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Michael Schwingenschlögl, Principial Data Engineer, roosi GmbH