Technologie-Highlights der EM 2024: Smarte Bälle und KI-gesteuerte Sicherheitssoftware

Veröffentlicht am 14.06.24 12:43 durch roosi Redaktion

Endlich ist es soweit: Die Fußball-Europameisterschaft 2024 startet und bringt nicht nur hochklassige Spiele, sondern auch spannende technologische Innovationen mit sich. Während die Torlinientechnik und der Videoschiedsrichter (VAR) den meisten Fußballfans bereits länger ein Begriff sind, hält die Künstliche Intelligenz (KI) in diesem Jahr in weiteren Bereichen des Spiels Einzug.  

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VAR: Geliebt oder gehasst – er bleibt! 

Fußball lebt von Emotionen, knappen Entscheidungen und manchmal auch von Kontroversen. Der Eingriff durch den sogenannten Video Assistant Referee (kurz VAR), der eigentlich für mehr Fairness bei Fehlentscheidungen sorgen sollte, erntet daher häufig Kritik von den Fans. Die Überprüfungen dauern oft mehrere Minuten und neben der oft uneinheitlichen Auslegung von Handspielen ist vor allem das präzise Kalibrieren der Abseitslinie zeitintensiv. 

Nichtsdestotrotz wird der VAR auch bei der EM 2024 eine zentrale Rolle einnehmen. Allerdings sollen neue Technologien dafür sorgen, dass Entscheidungen zukünftig schneller getroffen werden können. Hierbei spielt der Ball selbst eine wichtige Rolle. 

 

Der smarte Ball: Adidas Connected Ball 

Der von Adidas produzierte Ball trägt offiziell den Namen “Fussballliebe” und verbirgt eine spannende Neuerung im Inneren: Sensoren, die Daten in Echtzeit an den VAR übertragen. Die „Connected Ball Technologie“ soll dafür sorgen, dass Schiedsrichterentscheidungen in Zukunft noch effizienter und genauer getroffen werden. 

Diese Technologie, die bereits bei der WM 2022 in Katar zum Einsatz kam, half damals, eine strittige Szene um Cristiano Ronaldo aufzuklären. Der Ball zeigte eindeutig, dass Bruno Fernandes der Torschütze war und nicht Ronaldo, wie dieser ursprünglich behauptet hatte. Nun wird diese Technologie erstmals bei einer Europameisterschaft eingesetzt, um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen und zu präzisieren. Mit einem Sensor, der Daten 500 Mal pro Sekunde aufzeichnet und mit Stadionkameras für 3D-Offside-Grafiken synchronisiert ist, soll die Zeit für VAR-Abseitsentscheidungen erheblich verkürzt werden – auf nur noch 25 Sekunden, da das manuelle Zeichnen von Linien entfällt. 

 

Halbautomatisierte Abseitserkennung 

Beim Turnier in Deutschland wird der Ball, ähnlich wie bei der WM vor eineinhalb Jahren, eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der halbautomatischen Abseitserkennung spielen. Diese Technologie, die auf zehn Spezialkameras im Stadion setzt, kann laut UEFA 29 Körperpunkte pro Spieler mit einer Frequenz von 50 Mal pro Sekunde erfassen. Das System ist somit in der Lage, den genauen Moment der Ballabgabe bei Abseitssituationen präzise zu bestimmen, was besonders bei knappen Abseitsentscheidungen den Unterschied ausmachen kann. Im Gegensatz zur WM, bei der der Ball noch keine Rolle spielte, hofft man sich durch die Connected Ball Technology ein noch besseres Timing, indem der genaue Zeitpunkt der Ballabgabe ermittelt und mit den Kameradaten kombiniert wird.  

Die künstliche Intelligenz (KI) analysiert die Positionen der Spieler und den „Kick Point“ des Balls. Erkennt das System eine Abseitsposition, wird ein Alarm an den VAR gesendet, der die Szene manuell überprüft und dann den Schiedsrichter im Stadion informiert – daher auch die Bezeichnung halbautomatisch. Die finale 3D-Grafik wird schließlich auch den Fans im Stadion und den TV-Zuschauern angezeigt. 

Darüber hinaus unterstützt der intelligente Ball den Schiedsrichter bei der Entscheidung, ob ein Handspiel vorliegt. Auch bei strittigen Elfmeterentscheidungen liefert der Ball wertvolle Daten zur Klärung. Es bleibt zu hoffen, dass der smarte Ball hält, was er verspricht: dass der Zeitaufwand für die Entscheidungsfindung zukünftig deutlich reduziert wird.  

 

Sicherheit durch KI: Escape Pro 

Neben der Verbesserung der Spielentscheidungen wird auch die Sicherheit der Zuschauer mittels KI-Technologien gewährleistet. Die Software "Escape Pro" wird eingesetzt, um die Fluchtwege in den Stadien zu planen und zu optimieren. Diese KI-basierte Software wurde entwickelt, um große Menschenmengen sicher zu steuern und Paniksituationen zu vermeiden. 

Das Forschungsprojekt "Escape", das die Grundlage für "Escape Pro" legte, wurde von 2020 bis 2022 durchgeführt. Die Ergebnisse fließen nun in die Einsatzplanung der Polizei ein, um die Sicherheit bei Großveranstaltungen, wie der EM 2024, zu gewährleisten. Die Software erkennt Personen, die definierte Linien überschreiten oder sich in markierten Bereichen aufhalten. Sie checkt in Echtzeit, wie viele Leute sich wo aufhalten, wie schnell sie sich bewegen und wie voll es ist. Werden diese Daten ungewöhnlich, löst sie einen Alarm aus, noch bevor die Situation eskaliert. 

 

Fazit 

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland verspricht also, nicht nur durch spannende Spiele in Erinnerung zu bleiben, sondern auch durch den innovativen Einsatz modernster Technologien. Übrigens: Laut KI-Prognose wird Deutschland Gruppensieger! Für den EM-Sieg reicht es allerdings offenbar nicht ganz – da sieht die KI Frankreich als Favoriten. Ob sie Recht behält, werden wir bald sehen! 

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